Gusseisen schweißen – gerissenes Gussstück reparieren
Gusseisen hat den Ruf, schwer schweißbar zu sein: Man repariert den Riss, und wenn das Bauteil abgekühlt ist, entsteht direkt daneben ein neuer Riss. Das Problem ist fast immer eine zu schnelle und ungleichmäßige Erwärmung. Das Gasschweißen ist daher eine der sichersten Methoden für Gusseisen – der gesamte Prozess basiert auf kontrollierter Vorwärmung und langsamer Abkühlung.
Warum reißt Gusseisen?
Gusseisen ist hart, aber spröde und verträgt keine Spannungen, die bei schnellen Temperaturunterschieden entstehen. Ein Lichtbogenschweißer führt lokal sehr viel Wärme zu. Die Gasflamme ermöglicht es Ihnen stattdessen, den gesamten Bereich gleichmäßig vorzuwärmen, bei der richtigen Temperatur zu schweißen und das Bauteil dann sehr langsam abkühlen zu lassen.
So gehen Sie vor
- Reinigen und den Riss V-förmig ausfugen: Schleifen Sie den Riss in einer V-Form auf und bohren Sie gerne ein kleines Loch an jedem Ende, damit er nicht weiter wandert.
- Das gesamte Bauteil gleichmäßig vorwärmen bis zur Dunkelrotglut – hierbei ist eine größere Düse oder ein Wärmemundstück eine große Hilfe.
- Gusseisen-Flussmittel auftragen, das Oxide auflöst und ein sauberes, flüssiges Schmelzbad aufbricht.
- Schweißen mit Gusseisenschweißdraht in Grauguss – gleiches Material wie das Bauteil, was eine Naht mit denselben Eigenschaften und Bearbeitbarkeit ergibt.
- Langsam abkühlen lassen – betten Sie das Bauteil in Sand oder Vermiculit ein. Eine langsame Abkühlung ist das ganze Geheimnis.
Die Ausrüstung, die Sie benötigen
- Dillon Standard Kit – Brenner mit Düsen sowohl für das Vorwärmen als auch für das Schweißen.
- Gusseisendraht (4 oder 6 mm, abhängig von der Materialstärke) und Gusseisen-Flussmittel.
- Alternative Methode: Messingdraht mit Bronze-/Kupferflussmittel für das Hartlöten bei niedrigerer Temperatur – schonend für spröde Bauteile.